● Operativer Ratgeber · 8 Min.

HACCP in der Hotelwäscherei.

Kochjacken, Schürzen, Küchen- und Wischtücher gehören zum HACCP-Konzept des Hotels, auch wenn sie in der hauseigenen Wäscherei neben Bettwäsche und Frottee gewaschen werden. So trennen Sie die Kreisläufe, wählen das Waschverfahren nach Textilgruppe und dokumentieren es so, dass es bei der Lebensmittelkontrolle Bestand hat.

Lesedauer · 8 Min. Aktualisiert September 2026 Technischer Service Instaquim
Hoteleigene Wäscherei mit getrennt gelagerter Kochbekleidung
Das Küchentuch ist eine Lebensmittelkontaktfläche, die täglich durch die Wäscherei geht.
01 · Rechtlicher Rahmen

Welche Hoteltextilien HACCP-relevant sind.

Die Verordnung (EG) Nr. 852/2004 verlangt in Anhang II, Kapitel VIII, dass Personen im Lebensmittelbereich geeignete, saubere und gegebenenfalls schützende Arbeitskleidung tragen. Die DIN 10524 konkretisiert die Anforderungen an Arbeitskleidung in Lebensmittelbetrieben, einschließlich ihrer Aufbereitung. Für die Hotelwäscherei heißt das: nicht jede Textilie ist HACCP-relevant, aber die relevanten brauchen einen eigenen, nachvollziehbaren Kreislauf.

Textilgruppe HACCP-Relevanz Konsequenz für die Wäscherei
Küchen- und Wischtücher, Geschirrtücher Direkt Eigener Sammelbehälter, eigener Waschgang, täglicher Wechsel. Stärkste Verschmutzung mit Fett und Eiweiß.
Kochjacken, Hosen, Schürzen, Kopfbedeckung Direkt Arbeitskleidung im Sinne von 852/2004 und DIN 10524. Getrennt von Privat- und Zimmerwäsche, sauber übergeben.
Service- und Bankett-Tischwäsche Indirekt Kein Kontakt mit offenen Lebensmitteln im Normalfall. Sobald sie Buffet- oder Vorbereitungsflächen abdeckt, in den HACCP-Kreislauf aufnehmen.
Bettwäsche, Frottee, Spa-Textilien Keine Nicht Teil des Lebensmittel-HACCP, aber eigener Hygienestandard. Nie im selben Waschgang mit Küchentextilien.
02 · Rein-Unrein-Trennung

Vier Schritte vom Pass zurück in die Küche.

Das häufigste Problem in Hotelwäschereien ist nicht die Chemie, sondern der Weg: schmutzige und saubere Küchentextilien kreuzen sich im selben Raum oder Wagen. Dieser Ablauf verhindert das.

Schritt 01

Getrennt sammeln

Küchentextilien kommen in eigene, farblich gekennzeichnete Säcke oder Wagen, die nur für diesen Zweck genutzt werden. Nie auf Arbeitsflächen ablegen und nie mit Zimmer- oder Spa-Wäsche mischen. Der Transport zur Wäscherei erfolgt geschlossen.

Schritt 02

Vorbehandeln

Stark verschmutzte Küchentücher erhalten eine Vorwäsche. Eiweiß-, Blut-, Milch- und Eierflecken lassen sich enzymatisch bei rund 40 °C vorbehandeln, bevor die Hauptwäsche sie durch Hitze fixiert. Fetthaltige Verschmutzung kann mit einer Entfettungspaste direkt auf dem Fleck vorbehandelt werden.

Schritt 03

Waschen, Hygiene- und Neutralisationsspülgang

Waschmittel, Dosierung und Temperatur richten sich nach der Textilgruppe (siehe Tabelle unten), dosiert in Gramm pro Kilogramm Trockenwäsche, ohne die Maschine zu überladen. Ein zusätzlicher Hygieneschritt kommt in den vorletzten Spülgang; im letzten werden Alkali- und Chlorreste neutralisiert, was Faser und Haut des Personals schont.

Schritt 04

Sauber übergeben und dokumentieren

Trocknen, Falten und Lagern in einer reinen Zone, räumlich oder zeitlich getrennt vom Sortieren der Schmutzwäsche. Saubere Küchentextilien abgedeckt zur Küche bringen. Programm, Temperatur, Dosierung und Verantwortlichen im Waschprotokoll eintragen.

03 · Waschverfahren

Produkt und Dosierung nach Textilgruppe.

Alle Dosierungen und Temperaturen stammen aus den technischen Datenblättern der Produkte und beziehen sich auf ein Kilogramm Trockenwäsche. Die genaue Einstellung hängt von Verschmutzung und Wasserhärte ab; der Technische Service kalibriert sie vor Ort.

Anwendung Produkt Laut Datenblatt
Vorwäsche stark verschmutzter Küchentücher Prein 10 bis 20 g/kg. Netzend, verseifend, sequestrierend; für Wasser bis 20 °fH (etwa 11 °dH).
Eiweiß-, Blut- und Eierflecken Spot 5 bis 20 g/kg bei empfohlenen 40 °C, für Vorwäsche und Einweichen. Wasser bis 50 °fH.
Küchentücher, Lappen, hartnäckige Flecken Drap 10 bis 25 g/kg, je nach Verschmutzung und Wasserhärte. Stark alkalisches Pulver.
Weiße Kochbekleidung Plus 2000 R 8 bis 15 g/kg bei 60 bis 80 °C. Enzymatisch mit Aktivsauerstoff: wäscht und bleicht in einem Gang, ohne Chlorbleiche. Wasser bis 40 °fH.
Flüssigdosierung, weiße und bunte Wäsche Tensomatic + 1 bis 6 g/kg, bei jeder Temperatur und Wasserhärte. Für automatische Dosieranlagen.
Flüssigdosierung, Eiweißverschmutzung Tensozim 2 bis 10 g/kg bei etwa 40 °C. Nicht zusammen mit Chlorbleiche verwenden.
Sauerstoffbleiche Oximatic · Oximatic + 2 bis 6 g/kg über Peristaltikpumpe. Wasserstoffperoxid bzw. Peressigsäure; für alle Faserarten, jede Wasserhärte und Temperatur.
Hygienespülgang Sanitex 4 g/kg im vorletzten Spülgang, mindestens 5 Minuten. Quartäres Ammonium, neutral und nicht oxidierend.
Neutralisation im letzten Spülgang Suaumatic 5 bis 10 g/kg. Entfernt Alkali- und Chlorreste, stellt den textileigenen pH-Wert wieder her und verhindert Vergilben.
Tischwäsche bei hartem Wasser Duron 10 bis 12 g/kg. Für Tisch- und Bettwäsche, einsetzbar bis 60 °fH (etwa 34 °dH), auch bei niedrigen Temperaturen.

Laut allen Datenblättern gilt: Produkte nicht miteinander mischen. Chlorhaltige Bleichmittel entwickeln in Kontakt mit Säuren giftige Gase und werden nie gleichzeitig mit sauren Neutralisations- oder Bleichprodukten dosiert.

04 · Wasserhärte

Hartes Wasser ist ein Hygieneproblem.

Kalk bindet Waschmittel, lagert sich in der Faser ab und macht Textilien grau und hart. In Regionen mit hartem Wasser wird das Waschergebnis schlechter, obwohl korrekt dosiert wird. Die Datenblätter geben die Härte in französischen Graden an: 1 °dH entspricht 1,78 °fH.

Messen

Härte kennen

Den Härtewert liefert das örtliche Wasserversorgungsunternehmen. Prein ist bis 20 °fH ausgelegt, Plus 2000 R bis 40 °fH, Spot bis 50 °fH und Duron bis 60 °fH. Liegt Ihr Wasser darüber, gehört eine Enthärtungsanlage vor die Waschmaschine.

Aufbereiten

Vergraute Wäsche zurückholen

Kalkinkrustierte Textilien lassen sich mit einer sauren Aufbereitung behandeln. Decal wird laut Datenblatt mit 30 bis 40 g/kg bei 45 °C über 30 bis 45 Minuten eingesetzt und entfernt Kalk- und Waschmittelrückstände aus der Wäsche.

Warten

Maschine sauber halten

Ablagerungen in der Maschine sind Geruchs- und Keimquellen. Machine Clean wird laut Datenblatt in einem Leerwaschgang mit etwa 40 g/kg bei rund 60 °C über etwa 30 Minuten eingesetzt; danach gründlich spülen.

05 · Dokumentation

Was die Kontrolle sehen will.

Die Lebensmittelüberwachung prüft nicht die Waschmaschine, sondern ob Sie Ihr Verfahren im Griff haben. Diese fünf Nachweise sollten griffbereit sein.

Nachweis Inhalt Frequenz
Waschprotokoll Datum, Textilgruppe, Programm, erreichte Temperatur, Produkte und Dosierung, Verantwortlicher Jede Charge Küchentextilien
Kalibrierung der Dosieranlage Soll- und Ist-Menge je Pumpe Regelmäßig und nach jedem Produktwechsel
Temperaturkontrolle Stichprobe, ob das Programm die eingestellte Temperatur erreicht Regelmäßig, festgelegt im HACCP-Plan
Datenblätter Technisches Datenblatt und Sicherheitsdatenblatt jedes eingesetzten Produkts Aktuell halten, am Arbeitsplatz verfügbar
Schulung Unterweisung des Wäschereipersonals zu Trennung, Dosierung und Schutzausrüstung Bei Einstellung und jährlich
06 · Verwandte Produkte

Instaquim für die Hotelwäscherei.

Hauptwäsche · Pulver

Plus 2000 R

Enzymatisches Vollwaschmittel mit Aktivsauerstoff. Wäscht und bleicht in einem Gang bei 60 bis 80 °C, ohne Chlorbleiche.

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Hauptwäsche · Flüssig

Tensomatic +

Konzentriertes Flüssigwaschmittel mit kontrollierter Schaumbildung für automatische Dosieranlagen, bei jeder Temperatur und Wasserhärte.

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Küchentücher

Drap

Alkalisches Waschmittel für stark verschmutzte Wäsche, Lappen und Küchentücher. 10 bis 25 g/kg.

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Vorwäsche · Enzymatisch

Spot

Enzymatisches Vorwaschmittel gegen Blut, Milch, Ei und Schweiß. Empfohlene Temperatur 40 °C.

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Hygienespülgang

Sanitex

Konzentrat auf Basis quartärer Ammoniumverbindungen für Desinfektion und Hygiene der Wäsche. 4 g/kg im vorletzten Spülgang.

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Neutralisation

Suaumatic

Neutralisierender Weichspüler für den letzten Spülgang. Entfernt Alkali- und Chlorreste und erleichtert Trocknen und Bügeln.

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07 · Häufige Fragen

Die häufigsten Fragen.

Dürfen Küchentücher zusammen mit der Zimmerwäsche gewaschen werden?

Nein. Küchentücher, Wischtücher und Kochbekleidung bilden eine eigene Textilgruppe mit eigenem Sammelsystem und eigenem Waschgang. Sie sind anders verschmutzt (Fett, Eiweiß, Lebensmittelreste) und kommen mit Lebensmitteln oder Lebensmittelkontaktflächen in Berührung. Eine gemeinsame Wäsche mit Bettwäsche oder Frottee erschwert die Rückverfolgbarkeit im HACCP-Konzept.

Reicht eine Wäsche bei 60 °C für Küchentextilien?

In der Praxis wird für Küchentextilien eine Hauptwäsche bei mindestens 60 °C angesetzt. Entscheidend ist, dass die Temperatur tatsächlich erreicht und gehalten wird und dass Waschmittel und Dosierung zur Verschmutzung passen. Wird bei niedrigerer Temperatur gewaschen, etwa bei empfindlicher Tischwäsche, ist ein zusätzlicher Hygieneschritt sinnvoll. Die Maschinenprogramme sollten regelmäßig kontrolliert und die Temperatur protokolliert werden.

Chlor- oder Sauerstoffbleiche in der Hotelwäscherei?

Sauerstoffbleichmittel auf Basis von Wasserstoffperoxid oder Peressigsäure lassen sich laut Datenblatt bei jeder Wasserhärte und Temperatur und auf allen Faserarten einsetzen und frischen Farben auf. Chlorbleiche wirkt ebenfalls bei allen Temperaturen, erfordert aber eine anschließende Neutralisation der Chlorreste, um Vergilben und Faserschäden zu vermeiden, und darf nie mit sauren Produkten zusammenkommen, da giftige Gase entstehen. Enzymatische Waschmittel dürfen nicht mit Chlorbleiche kombiniert werden.

Gilt RAL-GZ 992/3 auch für die hoteleigene Wäscherei?

Das RAL-Gütezeichen 992/3 zertifiziert Textildienstleister, die Wäsche aus Lebensmittel verarbeitenden Betrieben aufbereiten. Eine hoteleigene Wäscherei muss es nicht besitzen. Wer Kochbekleidung extern waschen lässt, kann es aber als Auswahlkriterium für den Dienstleister nutzen, und die interne Wäscherei kann sich an denselben Grundsätzen orientieren: Trennung, validiertes Verfahren, Dokumentation.

Wann ist ein gelistetes Desinfektionswaschverfahren nötig?

Im normalen Hotelbetrieb verlangt das Lebensmittelhygienerecht saubere, geeignete Arbeitskleidung, aber kein bestimmtes gelistetes Verfahren. Ordnet das Gesundheitsamt zum Beispiel bei einem Ausbruch eine Desinfektion an, gelten die in der RKI-Liste geführten Wäschedesinfektionsverfahren. In diesem Fall mit dem Gesundheitsamt und dem Lieferanten klären, welches gelistete Verfahren eingesetzt wird.

08 · Verwandte Ressourcen

Weiter lesen.

09 · Technische Beratung

Waschverfahren für Ihre
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Der Technische Service von Instaquim legt Produkte und Dosierung nach Textilgruppe und Wasserhärte fest und stellt die technischen Datenblätter und Sicherheitsdatenblätter für Ihre HACCP-Dokumentation bereit.

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